10 Fingerspiele für Krippe und Kita – mit Fingerpuppen noch besser

Fingerspiele gehören in jeder Krippe zum Morgenkreis, und das aus gutem Grund: Sie verbinden Sprache, Rhythmus und Bewegung, ohne Material und ohne Vorbereitung. Mit Fingerpuppen werden sie noch einmal besser, weil die Kinder sehen, wer da spricht: Der Daumen ist plötzlich wirklich eine Kuh, der kleine Finger ein Igel. Das hält die Aufmerksamkeit von Zweijährigen deutlich länger und gibt sprachlich zurückhaltenden Kindern eine Figur, hinter der sie sich trauen zu sprechen.

Hier sind zehn Fingerspiele für Kinder von etwa 1,5 bis 6 Jahren. Bei den überlieferten Klassikern steht der volle Text, bei den neueren Spielen beschreiben wir die Bewegung und geben dir einen eigenen kurzen Reim. Zu jedem Spiel: welche Puppen passen und welches Sprachziel du damit verfolgst.

1. Das ist der Daumen

Der Klassiker, überliefert. Nacheinander jeden Finger anfassen, beim letzten Vers den kleinen Finger kitzeln.

Das ist der Daumen,
der schüttelt die Pflaumen,
der hebt sie auf,
der trägt sie nach Haus,
und der Kleine isst sie alle auf.

Puppen: fünf Tiere aus dem Bauernhof-Set – die Kuh schüttelt, das Schwein hebt auf, das Pferd trägt, die Maus isst alle auf.
Sprachziel: Reihenfolge und Verben (schütteln, aufheben, tragen, essen) – die Kinder sprechen die Verben bald mit.

2. Zehn kleine Zappelmänner

Überliefert. Beide Hände zappeln vor dem Körper, dann hoch und runter, im Kreis, und am Ende fallen alle Finger auf den Schoß.

Zehn kleine Zappelmänner zappeln hin und her,
zehn kleinen Zappelmännern fällt das gar nicht schwer.
Zehn kleine Zappelmänner zappeln auf und nieder,
zehn kleine Zappelmänner tun das immer wieder.

Puppen: Mit Puppen an beiden Händen wird das Spiel zur Tierparade – zum Beispiel Waldtiere links, Bauernhof rechts.
Sprachziel: Raumbegriffe (hin und her, auf und nieder, ringsherum).

3. Himpelchen und Pimpelchen

Überliefert. Beide Fäuste mit hochgestelltem Daumen sind die zwei Figuren, sie „steigen“ auf den Berg (den Arm hoch), wackeln mit den Zipfelmützen und kriechen am Ende hinter den Rücken.

Himpelchen und Pimpelchen stiegen auf einen hohen Berg.
Himpelchen war ein Heinzelmann und Pimpelchen war ein Zwerg.
Sie blieben lange da oben sitzen und wackelten mit ihren Zipfelmützen.
Doch nach fünfundsiebzig Wochen sind sie in den Berg gekrochen,
schlafen dort in guter Ruh – seid mal still und hört gut zu!
(alle schnarchen)

Puppen: Zauberer und Fee aus dem Märchen-Set auf den beiden Daumen.
Sprachziel: Zuhören und Stimmführung – laut beim Steigen, flüsternd beim Schlafen.

4. Fünf Männlein sind in den Wald gegangen

Überliefert. Fünf Finger sind die fünf Männlein; der Reihe nach wird jeder gezeigt, der kleine Finger fängt den Hasen.

Fünf Männlein sind in den Wald gegangen, sie wollten einen Hasen fangen.
Der Erste, der war so dick wie ein Fass, der brummte immer: „Wo ist der Has'?“
Der Zweite rief: „Da sitzt er ja!“
Der Dritte, das war der Längste, aber auch der Bängste, der fing gleich an zu weinen: „Ich sehe keinen!“
Der Vierte sagte: „Das ist mir zu dumm, ich kehr wieder um!“
Und der Kleinste, der hat ihn dann gefangen und hat ihn nach Hause getragen.
Da haben alle Leute gelacht: ha ha ha ha ha!

Puppen: Der Hase aus dem Waldtier-Set sitzt auf der anderen Hand und wird gesucht.
Sprachziel: Ordinalzahlen (der Erste, der Zweite …) und Adjektive (dick, lang, bange).

5. Alle meine Fingerlein wollen heute Tiere sein

Unsere Tier-Variante des bekannten Spielmusters: Jeder Finger wird zu einem Tier und macht sein Geräusch.

Alle meine Fingerlein wollen heute Tiere sein.
Der Daumen ist die Kuh: Sie ruft ganz laut „muh“.
Der Zeigefinger ist das Schwein: „Oink“, quiekt es, kurz und fein.
Der Mittelfinger ist der Hahn: Der kräht „kikeriki“ voran.
Der Ringfinger ist das Schaf: „Mäh“, ruft es, und dann schläft's.
Der Kleine ist die Maus: Sie piepst nur leise – und ab nach Haus.

Puppen: Kuh, Schwein, Huhn, Lamm, Maus aus dem Bauernhof-Set.
Sprachziel: Lautbildung durch Tierlaute (m, o, k, ä, p) – ideal für Kinder, die noch wenig sprechen.

6. Der Regenwurm

Der Zeigefinger kriecht als Wurm über den Arm des Kindes, gräbt sich „unter“ die andere Hand und kommt oben wieder heraus. Eigener Reim:

Der Regenwurm kriecht durch die Erde, ganz ohne Beine, ohne Pferde.
Unter der Wurzel, über den Stein – und oben schaut er ins Licht hinein.

Puppen: Die Raupe aus dem Gartentier-Set übernimmt die Wurmrolle.
Sprachziel: Präpositionen (durch, unter, über, hinein).

7. Die Schnecke

Die Faust ist das Haus, Zeige- und Mittelfinger kommen langsam als Fühler heraus, bei „erschreckt“ verschwinden sie blitzschnell wieder. Eigener Reim:

Die Schnecke schläft in ihrem Haus, ganz langsam kommt sie jetzt heraus.
Fühler eins und Fühler zwei – ein Vogel ruft: Sie ist schnell wieder dabei!

Puppen: Schnecke aus dem Gartentier-Set; die Taube aus dem Stadttier-Set als Vogel.
Sprachziel: Gegensätze langsam/schnell, raus/rein.

8. Häschen in der Grube

Überliefert. Der Hase (Faust) schläft, bei „hüpf“ springt er dreimal hoch.

Häschen in der Grube saß und schlief, saß und schlief.
Armes Häschen, bist du krank, dass du nicht mehr hüpfen kannst?
Häschen hüpf! Häschen hüpf! Häschen hüpf!

Puppen: der Hase aus dem Wald- oder Bauernhof-Set, auf dem Finger hüpft er wirklich.
Sprachziel: Fragesätze und Gefühlswörter (krank, arm, müde).

9. Die Katze

Die Hand schleicht flach über den Tisch, dann springt sie, dann streicht sie den Rücken der Kinder entlang und schnurrt. Eigener Reim:

Die Katze schleicht ganz leise, geht auf die Mäusereise.
Sie springt – und dann? Nichts fängt sie ein.
Sie schnurrt und legt sich in den Sonnenschein.

Puppen: Katze und Maus aus dem Stadttier-Set.
Sprachziel: Bewegungsverben (schleichen, springen, schnurren, liegen).

10. Fünf Freunde

Ein Abzählspiel: Fünf Finger stehen, bei jedem Vers geht einer nach Hause, bis die Hand leer ist – und am Ende kommen alle zurück. Eigener Reim:

Fünf Freunde spielen auf dem Hof, da ruft die Mama: „Komm, es ist Zeit!“
Einer geht nach Haus – wie viele bleiben? Vier!
(weiter bis null) … Und am Morgen sind alle fünf wieder hier!

Puppen: fünf beliebige Tiere, in der Krippe am liebsten Hund, Katze, Maus, Taube, Eichhörnchen aus dem Stadttier-Set.
Sprachziel: Zahlwörter und Mengen, erste Subtraktion.

So klappt es in der Krippe

  • Erst die Finger, dann die Puppen. Neue Spiele zuerst mit der bloßen Hand einführen, nach zwei, drei Wiederholungen die Puppen dazunehmen.
  • Kinder mitspielen lassen. Ab etwa zwei Jahren können Kinder eine Puppe selbst aufsetzen. Unsere Puppen sind 8 × 4 cm und passen auf Kinder- wie Erwachsenenfinger.
  • Hygiene: Filzpuppen per Hand waschen und liegend trocknen, für Krippen sinnvoll einmal pro Woche.
  • Alter: Die Puppen sind für Kinder ab 36 Monaten ausgelegt. Unter drei Jahren nur in der Hand der Erzieherin oder unter direkter Aufsicht.

Alle passenden Sets findest du unter Fingerpuppen. Wer die Puppen lieber selbst macht: Fingerpuppen basteln – 3 Anleitungen.

Häufige Fragen

Ab welchem Alter sind Fingerspiele sinnvoll?

Ab etwa einem Jahr. Die Kinder verstehen die Bewegung lange vor dem Text und machen ab 18 Monaten einzelne Gesten mit. Ab drei sprechen sie ganze Verse.

Wie viele Fingerspiele braucht ein Morgenkreis?

Zwei bis drei, davon eines bekannt und eines neu. Wiederholung ist der Punkt: Erst beim fünften Mal sprechen die Kinder wirklich mit.

Welches Set eignet sich für den Anfang?

Das Bauernhof-Set: Acht Tiere, die jedes Kind kennt, mit Tierlauten, die leicht nachzumachen sind. Es deckt fünf der zehn Spiele hier ab.

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